Lukovištia – Literaturgeschichte am Fuß des Bankov
Lukovištia verbindet die Erinnerung an den Dichter Ivan Krasko mit einer vielschichtigen Ortsgeschichte und der Landschaft am Fuß des 438 m hohen Bankov in der Revúcka vrchovina. Wer einen Ort nicht nur über einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern über seine kulturellen Spuren, seine Baugeschichte und seine Wege kennenlernen möchte, findet hier mehrere eigenständige Anknüpfungspunkte.
Auf den Spuren von Ivan Krasko
Eine Gedenktafel kennzeichnet in Lukovištia das Geburtshaus von Ivan Krasko. Auf dem öffentlichen Platz davor betreut die Gemeinde den Park Ivan Krasko. Seit 2008 befindet sich im Ort außerdem eine zweite Gedenkstube für den Dichter. Über seinem Grab steht das Bronzedenkmal „Topole“ von Alina Ferdinandy. Vor der ehemaligen Schule steht auf einem Sockel eine Büste von Ivan Krasko. Auch der Gemeindetag ist mit dieser Erinnerung verbunden: Lukovištia veranstaltet ihn traditionell im Juli, weil dies der Geburtsmonat von Ivan Krasko ist. Beim Gemeindetag 2024 führten örtliche Klöpplerinnen ein Stück mit heiteren Episoden aus dem Leben der Einwohner von Lukovištia auf. Damit gehören literarisches Gedenken und überlieferte lokale Alltagskultur zu unterschiedlichen, aber klar erkennbaren Seiten des Ortes.Geschichte von Bergbau und Gerberei
Der heutige Ort steht auf einem älteren historischen Hintergrund. Der Entstehung von Lukovištia ging im 13. Jahrhundert die Bergbaukolonisation von Malohont voraus. Später wurde Lukovištia zu einem Zentrum der Gerberei. Die Zunft der Gerber von Malohont bestand dort von 1640 bis in die 1870er-Jahre ohne Unterbrechung. Eine weitere historische Spur führt zu den Kolonisten aus der alten Republik Genua, dem heutigen Ligurien. Ihre Ansiedlung zeigt sich in Lukovištia in überlieferten alten italienischen Familiennamen sowie in Bezeichnungen von Fluren, Wäldern und Hügeln. Wer bei einem Ortsbesuch auf Namen und Landschaftsbezeichnungen achtet, begegnet dadurch auch einer Geschichte, die über einzelne Gebäude hinausreicht.Evangelische Kirche in der Ortsmitte
Ein eigener Schwerpunkt ist die vollständig restaurierte Evangelische Kirche von Lukovištia. Sie steht in der Ortsmitte und wird weiterhin ihrem Zweck entsprechend genutzt. Der Bau von 1794 ist barock-klassizistisch gestaltet und besitzt eine bemalte hölzerne Kassettendecke. Zur Ausstattung gehören außerdem ein hölzerner barocker Chor aus dem späten 18. Jahrhundert sowie eine klassizistische Orgel mit reich polychrom geschnitztem Holzdekor. Für die räumliche Orientierung führt die Hauptstraße aus dem Tal von Rimavská Baňa nach Lukovištia und weiter um Bankov herum nach Drienčany und Teplý Vrch. Eine andere Perspektive bietet die Radroute Teplý Vrch–Maginhrad, die durch Lukovištia führt und auf asphaltierten und Feldwegen im angenehmen Schatten des umliegenden Waldes verläuft. So lassen sich Ortsgeschichte, Kirchenraum und Landschaft über unterschiedliche Wege miteinander verbinden, ohne die einzelnen Merkmale des Ortes gleichzusetzen. Weitere Ziele: Nová Bašta, Rimavská Baňa, Hnúšťa, Hajnáčka, Hodejovec, Gemerský Jablonec, Rimavské Zalužany, Husiná.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Rimavská Sobota.
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