Veľké Borové – Schluchten, Aussichtsturm und Kirchenkunst
Veľké Borové verbindet ungewöhnliche Naturformen, kurze Wandererlebnisse und bemerkenswerte Zeugnisse sakraler und ländlicher Kultur. Besonders eigenwillig ist eine durch Erosion entstandene natürliche Graswanne am Eingang zum Tal Prosiecka von Veľké Borové aus. Bei Frühlingsregen und Tauwetter kann sie sich fast bis zum Rand mit Wasser füllen und innerhalb von 15 bis 20 Minuten wieder entleeren. Dieses kurzlebige Landschaftsbild macht den Talzugang zu einem Ort, an dem sich die Wirkung von Wasser unmittelbar beobachten lässt.
Landschaft und Aussicht rund um Veľké Borové
Ein markantes Ziel ist der Aussichtsturm Súšava. Hinter seiner traditionellen Anmutung steckt eine wiederaufgebaute Transformatorenstation, die im Stil traditioneller Volksarchitektur gestaltet wurde. Die Rundstrecke zum Turm ist als leichte Wanderung eingestuft. Sie ist 3,1 km lang und umfasst jeweils 160 m Aufstieg und 160 m Abstieg; die angegebene Dauer beträgt 1,05 Stunden. Damit lässt sich das Aussichtsziel als klar umrissene Tour betrachten, ohne die Streckenangaben mit einer allgemeinen Einschätzung des gesamten Geländes zu vermischen.
Von der Galerie des Aussichtsturms Súšava reicht der Blick auf die Gebirge Roháče, Skorušinské vrchy, Chočské vrchy und Oravská pahorkatina. Ein anderes Landschaftsmotiv bietet der Ráztocký-Wasserfall: Er stürzt in einer steinernen Schlucht etwa acht Meter tief und ist von Veľké Borové aus zugänglich. Die ungefähre Höhenangabe gehört dabei zum Wasserfall selbst, nicht zu einer Wanderstrecke oder einem Höhenunterschied der Umgebung.
Lehrpfad durch Prosiecka und Kvačianska
Am südlichen Ende von Veľké Borové beginnt der Bezug zum Lehrpfad durch die Täler Prosiecka und Kvačianska. Der Lehrpfad umfasst 12 Stationen mit Informationstafeln zu geografischen, biologischen und historischen Themen. So verbindet er verschiedene Wissensbereiche, statt sich nur auf Landschaftsbeschreibungen zu konzentrieren. In der nahe gelegenen Kvačianska-Schlucht gehören die Wassermühlen von Oblazy zu diesem Lehrpfad. In der nahe gelegenen Siedlung Oblazy wurde die sogenannte „brunčiakovská“ Untere Wassermühle von der Gemeinde Veľké Borové errichtet. In der Unteren Wassermühle kann außerdem die rekonstruierte Säge besichtigt werden.
Kirche und Ortsgeschichte
Auch im Ort selbst gibt es kulturgeschichtliche Anknüpfungspunkte. Die Kirche „Kostol Povýšenia sv. Kríža“ ist ein klassizistischer Bau aus dem Jahr 1823 und wurde an der Stelle eines älteren hölzernen Sakralbaus errichtet. Im Inneren befinden sich Wandmalereien aus den 1940er-Jahren, darunter „Oplakávanie Krista“ und Darstellungen der vier Evangelisten. Hinzu kommen ein spätbarocker Altar der Heiligen Familie aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie ein Taufbecken vom Ende des 18. Jahrhunderts. Der Zustand der Kirche gilt als gut; sie dient weiterhin ihrem religiösen Zweck.
Ein kleiner klassizistischer Bau aus dem 19. Jahrhundert ergänzt dieses Bild. In ihm befinden sich Statuen des heiligen Johannes des Täufers und des Heiligsten Herzens Jesu. Wer den Lehrpfad durch die beiden Täler wählt, findet in Veľké Borové zudem eine örtliche Gaststätte, die Erfrischungen anbietet.
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