Ústie Nad Priehradou an der Orava-Talsperre

Ústie nad Priehradou verbindet die Nähe zur Orava-Talsperre mit einer ungewöhnlich vielschichtigen Ortsgeschichte. Neu-Ústie wurde am Ufer des Stausees errichtet, zum Gebiet Lány gehört ebenfalls das Ufer der Orava-Talsperre. Zugleich erinnert der Ort daran, wie stark die Entstehung des Sees das frühere Siedlungsbild verändert hat: Mit der Fertigstellung der Orava-Talsperre im Jahr 1953 wurden fünf Dörfer, darunter Ústie, umgesiedelt und überflutet.

Am Wasser: Radfahren, Baden und eine Ausflugsfahrt

Für geübte Radfahrer ist Ústie an eine markierte Fernroute angebunden. Die blau markierte Oravsko-Liptovská-Radmagistrale ist 62,5 Kilometer lang, beginnt in Námestovo und führt entlang der Orava-Talsperre nach Ústie nad Priehradou. Wenn Sie von Trstená aus unterwegs sind, können Sie einen Abstecher nach Ústie machen, dort in der Orava-Talsperre baden und anschließend direkt nach Tvrdošín weiterfahren. Die Route verbindet damit mehrere konkrete Ortswechsel, ohne dass Ústie nur als einzelner Aussichtspunkt erscheint.

Eine andere Perspektive bietet die Ausflugsfahrt auf der Orava-Talsperre. Sie dauert 1,5 Stunden und umfasst eine Pause auf der Slanica-Insel der Kunst. Für ausgewählte Gruppen, etwa Schul-, Firmen- und Seniorengruppen, können nach Vereinbarung außerdem Erfrischungen, Volksmusik oder andere Attraktionen angeboten werden. An heißen Sommertagen nutzen Menschen am Ende der Straße entlang des Friedhofs von Ústie einen steinigen Naturstrand. Diese verschiedenen Möglichkeiten unterscheiden sich klar voneinander: Sie können den Stausee auf dem Radweg erreichen, eine Fahrt auf dem Wasser unternehmen oder einen einfachen Aufenthalt am Ufer wählen.

Sakrale Orte und die Geschichte des alten Ústie

Die Ortsgeschichte lässt sich an mehreren religiösen Bauwerken ablesen. Die ursprüngliche Kirche in Ústie war der heiligen Elisabeth geweiht und wurde später abgerissen. Die Kapelle der heiligen Elisabeth von Ungarn wurde am 26. November 1993 geweiht. Bereits 1993 begann außerdem der Umbau der 1954 errichteten ehemaligen Schule zu Räumen für Gottesdienste. Diese Umnutzung gehört zur historischen Entwicklung des Ortes und ist nicht als heutige Nutzungsangabe zu verstehen.

Auf dem Friedhof steht die Kapelle des heiligen Antonius von Padua. Die Familie Kohútovci errichtete sie zwischen 1898 und 1904. Nach der Inbetriebnahme der Orava-Talsperre im Jahr 1953 wurde sie bis 1995 für Gottesdienste und Liturgien der Einwohner von Ústie genutzt. Die Friedhofskapelle diente ebenfalls als Ort für Gottesdienste. An der Straße zum Friedhof erinnert zudem die Säule des heiligen Johannes Nepomuk als kunsthistorisches Denkmal an die religiöse und kulturelle Überlieferung des Ortes.

Wenn Sie Ústie Nad Priehradou als Reiseziel wählen, treffen somit Wasserlandschaft, Radroute und eine durch den Stausee geprägte Erinnerungskultur aufeinander. Die Orava-Talsperre ist dabei nicht nur Kulisse, sondern der konkrete Bezugspunkt für die Ortsgeschichte, die Ausflugsfahrt und mehrere Möglichkeiten, den Aufenthalt zwischen Ufer, Wasser und sakralen Spuren zu gestalten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Trstená.

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