Holíč: Schloss, Fayence und Wege durch die Geschichte
Holíč zwischen Schlossgeschichte und Landschaft
Holíč macht Geschichte auf mehreren Ebenen sichtbar: in einer mittelalterlichen Burganlage, in der Fayence-Tradition, in Kirchen und Kapellen, aber auch an Megalithen, einer Windmühle und Wegen durch die Landschaft. Das Schloss Holíč entstand Mitte des 13. Jahrhunderts als Burg zum Schutz der sogenannten Böhmischen Straße zwischen Ungarn und Böhmen. 1970 wurde es zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Eine Besichtigung des Schlosses umfasst den Besuch der Ausstellung des Städtischen Museums.
Schloss, Fayence und markante Bauwerke
Das Städtische Museum befindet sich in einem renovierten Teil des Schlosses. Inhaltlich widmet es sich vor allem dem Leben und Wirken der Habsburger in Holíč und umfasst außerdem eine Sammlung von Holíčer Fayence. Die barock-klassizistischen Gebäude des Manufakturkomplexes stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Manufaktur von Holíč nahm bereits 1743 den Betrieb auf, zählt zu den ersten Manufakturen der Slowakei und stellte Fayencegeschirr her. Die Stadtgalerie befindet sich in einem Teil eines ehemaligen Gebäudes der Fayence-Manufaktur.
Zu den weiteren historischen Bauwerken gehört der Barocke Getreidespeicher. Er wurde wahrscheinlich 1757 begonnen, 1761 als zentraler Getreidespeicher der kaiserlichen Güter in Betrieb genommen und ist ein nationales Kulturdenkmal. Die Kirche St. Martin mit Kloster wurde zur Deckung der geistlichen Bedürfnisse des Herrscherpaares geschaffen; das Kloster der Anlage wurde 1756 zur Nutzung übergeben. Die Kirche des Heiligsten Herzens Jesu entstand 1397 im gotischen Stil. Ihre frühere Weihe an den heiligen Martin wurde später durch die heutige Weihe an das Heiligste Herz Jesu ersetzt.
Auch jüngere Sakralarchitektur gehört zum Bild von Holíč. Die orthodoxe Kirche wurde zwischen 2013 und 2018 im klassischen orthodoxen Stil errichtet und am 28. und 29. April 2018 geweiht. Die Loretánska-Kapelle steht auf den Fundamenten einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert und gilt als ältestes Baudenkmal von Holíč. Der Jüdische Friedhof wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Seine Grabinschriften sind auf Hebräisch, im 18. und 19. Jahrhundert hebräisch-deutsch und nach der Entstehung der Tschechoslowakei auch slowakisch. Die Kalvarie von Holíč ist seit 1801 belegt und wurde 1995 als Gruppe aus drei Holzkreuzen erneuert.
Megalithe, Windmühle und Wasserlandschaft
Eine besondere prähistorische Spur bilden die Megalithe von Holíč. Sie stammen aus einem Rondell mit einem Durchmesser von 60 Metern und umfassen 22 erhaltene Kultsteine. Einen ganz anderen Einblick in die jüngere Vergangenheit bietet die erhaltene steinerne Windmühle, ein dreigeschossiger, unterkellerter Bau aus den 1880er-Jahren. Sie kann individuell besichtigt werden; auf Anfrage erläutert ein Führer die Anlage.
Die Aussichtsplattform von Holíč liegt in 12 Metern Höhe und bietet Blicke auf die Stadt, die nähere Umgebung und das Panorama der Weißen Karpaten. Der Kräutergarten knüpft an die Tradition des Anbaus von Küchenpflanzen und Kräutern im Schlossareal an. Zu den Schlossgärten gehört ein wasserbezogener Lehrpfad mit Informationstafeln. Am Zámocký rybník bieten Rasenflächen Raum für freien Aufenthalt, Picknicks und Erholung; die Stege dienen als Aussichtspunkte zur Beobachtung des Wassers und des Schlosses Holíč.
Rad- und Spazierwege mit unterschiedlichen Zielen
Für die Orientierung in der Landschaft gibt es mehrere klar unterscheidbare Wege. Der Maria-Theresia-Radweg beginnt am Schloss Holíč und führt über das Gebiet Bažantnica in Richtung Hodonín. Der Erlebnisweg Ing. Vratislava Schaala beginnt bei Valša, folgt der Chvojnica in Richtung Morava und endet in den Gärten von Kátov. Valša ist zugleich ein Zugang zum Auwald von Holíč und verfügt nahe einem ehemaligen Chvojnica-Flussarm über eine Raststätte für Fußgänger und Radfahrer. Der Lehrpfad „Z lesa do lesa po stopách histórie“ führt von der Lokalität Veterný mlyn über das Schloss Holíč zur Lokalität Valša.
Besuchsinformationen und lokale Traditionen
Im Gebäude Tabačiareň befindet sich das Café Zámocká. Im rekonstruierten Gebäude Koniaren liegt das Touristeninformationszentrum von Holíč. Zugleich sind nicht alle historischen Orte öffentlich zugänglich: Die Loretánska-Kapelle ist derzeit nicht öffentlich zugänglich. Die historische Wassermühle von Holíč befindet sich in Privatbesitz und ist ebenfalls nicht öffentlich zugänglich. Sie bewahrt jedoch den größten Teil ihrer Mühlenausstattung aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Zum lokalen Veranstaltungs- und Genusserbe gehört Holíčsky štamperlík, eine traditionelle Verkostung von Spirituosen zur Eröffnung der touristischen Sommersaison in Holíč. Die damit verbundene Sladká sobota umfasst die Verkostung und den Verkauf hausgemachter Kuchen.
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