Kremnické Bane: Bergbaugeschichte und Kulturlandschaft

Kremnické Bane liegt im Kremnica-Gebirge in einem Tal auf 700 bis 800 m über dem Meeresspiegel. Der Ort verbindet eine lange Bergbaugeschichte mit Kirchen, historischen Bergmannshäusern, markanten Landschaftspunkten und Wegen, die diese Vergangenheit nachvollziehbar machen. Damit richtet sich die Ortswahl besonders an Reisende, die eine slowakische Kulturlandschaft nicht nur über einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern über ihre historischen Zusammenhänge kennenlernen möchten.

Bergbaugeschichte und gewachsene Ortsstruktur

Kremnické Bane entstand als ursprünglich deutsche Bergbausiedlung und wurde erstmals 1361 erwähnt. Während der österreichisch-ungarischen Zeit wurde der Ort zu einem Zentrum der Spitzenproduktion. In den 1890er Jahren bestand hier außerdem eine institutionell organisierte Klöppelschule. Eine weitere Verbindung von Technik und Bergbaugeschichte ist die 20 km lange bergmännische Wasserleitung aus dem 15. Jahrhundert, die Wasser zu den Wasserreservoirs von Kremnické Bane führt.

Zur historischen Ortsstruktur gehört ein Ensemble ein- und zweigeschossiger Bergmannshäuser mit Walmdächern und Schindeldeckung aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Entlang des Lehrpfads „Po stopách baníckej činnosti Kremnica–Kremnické Bane“ sind heute nur noch Ruinen der ursprünglichen Bergmannshäuser erhalten. Das Lehrpfadsystem besteht aus drei Hauptwegen und drei Nebenwegen und vermittelt die Bergbaugeschichte der Region. Ein Teil von Kremnické Bane wurde durch die Verordnung des Bezirksamts Žiar nad Hronom Nr. 1/1994 als ländliche Denkmalschutzzone ausgewiesen, um die kulturellen Werte des Ortes dauerhaft zu bewahren.

Kirche, Kapelle und geschützte Kulturwerte

Ein zentrales historisches Bauwerk ist die Kirche „Kostol sv. Jána Krstiteľa“. Sie ist ein dreischiffiger gotischer Bau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und entstand ursprünglich als romanische Rotunde. Das Sternrippengewölbe der Rotunde aus dem 15. Jahrhundert ist zu großen Teilen bis heute erhalten. Oberhalb des Ortes befindet sich neben dieser gotischen Kirche ein symbolischer Mittelpunkt Europas.

Zur sakralen Geschichte gehört auch die Kapelle „Kaplnka Narodenia Panny Márie“. Sie war ursprünglich eine barocke Kapelle aus dem Jahr 1726 und wurde 1910 im neugotischen Stil umgebaut. In ihrem Inneren befindet sich eine volkstümliche Holzschnitzerei des heiligen Johannes Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert. Zusammen mit der Kirche, der Kapelle und den Bergmannshäusern ergibt sich ein Ortsbild, in dem verschiedene Epochen und Formen der regionalen Geschichte nebeneinanderstehen.

Felsen, Ausblicke und Wege

Der Felsen Trnovník, auch Dornstein oder Dorn Stein genannt, liegt nahe der Kirche. Mit 990 m ist er der höchste Punkt des örtlichen Katastralgebiets. Von Trnovník bieten sich Ausblicke nach Süden bis Banská Štiavnica und nach Norden auf den Kamm der Kleinen Fatra. Für die Verbindung von Landschaft und Geschichte steht außerdem der Wanderweg „Cesta hrdinov SNP“: Er führt durch Kremnické Bane und zweigt dort in Richtung der Kirche „Kostol sv. Jána Krstiteľa“ ab.

Traditionen im Jahreslauf

Das örtliche Kulturleben umfasst wiederkehrende Bräuche. Während der Faschingszeit findet in Kremnické Bane alljährlich ein Maskenumzug statt. Bei der jährlich stattfindenden Jánska vatra wird unter anderem traditioneller Gulasch angeboten. Diese Termine ergänzen die dauerhaft überlieferten Bauwerke und Wege um Veranstaltungen, die im Jahreslauf des Ortes verankert sind.

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