Moštenica – Travertinterrassen und Wandern an der Niederen Tatra

Moštenica liegt an den Südabhängen des westlichen Teils der Niederen Tatra und verbindet eine bewaldete Landschaft mit Naturdenkmal, Mineralquelle, Wanderroute und bemerkenswerten kulturhistorischen Spuren. Der Ort ist ein Ausgangspunkt zum Kamm der Niederen Tatra und eignet sich damit besonders für eine Reise, bei der Landschaft und regionale Geschichte nah beieinanderliegen.

Travertinlandschaft und Mineralquelle

Zu den auffälligsten Naturbereichen gehören die Moštenické travertíny. Das Gebiet ist ein geschütztes Naturdenkmal im Katastergebiet von Moštenica und liegt in der Schutzzone eines Nationalparks. Der Travertinkomplex bildet eine etwa 500 Meter lange Kaskade mit sechs Stufen. Seine Höhenlage liegt ungefähr zwischen 650 und 800 Metern. Bei den Moštenické travertíny steht außerdem eine noch aktive Travertinterrasse mit fünf Wasseraustritten unter Schutz.

Das Gebiet wird zur Erholung genutzt, ist jedoch weder durch einen Wanderweg noch durch einen Lehrpfad erschlossen. Diese Unterscheidung ist für die Orientierung vor Ort wichtig: Die Travertine sind ein eigenständiger Naturbezugspunkt, aber kein als Wander- oder Lehrpfad ausgebautes Besuchsangebot. Um die Mineralquelle Moštenická kyslá entstand ein Erholungszentrum, das den landschaftlichen Charakter des Ortes um einen weiteren besonderen Bezugspunkt ergänzt.

Wanderroute zum Hiadeľské sedlo

Für eine längere Bergwanderung bietet sich der dokumentierte Weg von Moštenica über das Uhliarska-Tal, Moštenická Kyslá, Zubová, Hadlanka und Kozí chrbát zum Hiadeľské sedlo an. Die angegebene Dauer beträgt 3 Stunden und 30 Minuten. Die Route verbindet den Ort mit mehreren benannten Landschaftspunkten und führt bis zu einem Sattel im Gebiet der Niederen Tatra.

Kirche, Handwerk und historische Spuren

Zur traditionellen häuslichen Produktion in Moštenica gehörten Holzarbeiten und das Weben von Leinen. Diese Hinweise auf das frühere Alltagsleben stehen neben mehreren kulturhistorischen Orten. Auf dem Friedhof befinden sich Gräber gefallener Partisanen. Beim ehemaligen Kalkofen steht ein Denkmal für ermordete ungarische Soldaten und ein ziviles Opfer.

Die Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes ist eine klassizistische Kirche, die 1846–1847 erbaut wurde. Ihr Hauptaltar besitzt ein 1846 entstandenes Kreuzigungsbild von J. B. Klemens. Die Kirche gilt als gut erhalten und dient ihrem religiösen Zweck. Ein weiterer historischer Bezugspunkt ist das ehemalige Bergbauamt, ein 1561 errichtetes Renaissancegebäude mit U-förmigem Grundriss. Das Gebäude ist außerdem als Standort eines Militärkrankenhauses während des Slowakischen Nationalaufstands in Erinnerung geblieben.

Mit Hradište kommt ein noch älterer Abschnitt der Ortsgeschichte hinzu. Dort befindet sich eine Höhensiedlung aus der jüngeren und späten Bronzezeit, die durch einen vermutlich vorhandenen Graben befestigt war. Bei Hradište wurde zudem ein Brandgrab der Lausitzer Kultur gefunden. So reicht das Spektrum der dokumentierten Orte von prähistorischen Spuren über Bergbau- und Kriegsgeschichte bis zu kirchlicher Architektur und traditionellem Handwerk.

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