Hradište – Tal, Wälder und kulturelles Erbe
Hradište liegt im tiefen Tal des Bachs Držkovo am Fuß der Stolické vrchy. Der Ort verbindet eine ausgeprägte Wald- und Streusiedlungslandschaft mit historischen Bauwerken, religiösen Traditionen und einer dokumentierten Route in die Hradišské vrchy.
Wälder, Streusiedlungen und geschützte Esskastanien
Die Hradišské vrchy sind durch eine verstreute Streusiedlungsstruktur, erhaltene Elemente der ursprünglichen Architektur und eine reich strukturierte Landschaftsvegetation geprägt. Die Wälder rund um Hradište sind überwiegend Laubwälder. Zu ihrem Baumbestand zählen Eichen, Buchen, Hainbuchen und Zerreichen. Dadurch zeigt sich die Umgebung nicht als einheitlicher Forst, sondern als abwechslungsreicher Landschaftsraum zwischen bewaldeten Hängen und verstreuten Siedlungselementen.
Ein besonderes Naturdenkmal sind die geschützten Esskastanien Hradišské gaštany. Sie wachsen im hinteren Teil des Gartens von Haus Nr. 127 im Katastergebiet Hradište pri Uhorskom im Okres Poltár. Die beiden Bäume sind etwa 200 Jahre alt und 22 beziehungsweise 25 Meter hoch. Ihre genaue Benennung, ihr Alter und ihre Größe machen sie zu einem konkreten Bezugspunkt der Ortsgeschichte und der lokalen Landschaft.
Auch die Tierwelt gehört zum Charakter der Umgebung. In den Wäldern rund um Hradište kommen nach längerer Abwesenheit wieder dauerhaft Bären, Luchse, Wildkatzen und Wölfe vor. An den Hängen gelten Brombeeren und Hagebutten ebenso als Teil des Landschaftsbildes wie die Möglichkeit zum Pilzesammeln. In der Nähe von Hradište befindet sich außerdem ein Obstgarten mit überwiegend hochwertigen Apfelsorten, die ohne chemische Behandlung angebaut werden. Betreut wird er von der örtlichen Bürgervereinigung OZ PreHradište.
Der Weg in die Hradišské vrchy
Von Hradište führt eine befestigte Straße in die Hradišské vrchy. Nach vier Kilometern zweigt ein Wanderweg ab, der von Málinec zur Jasenina führt. Die Route zur Jasenina gilt als leicht und ist ungefähr 10 km lang. Damit sind zwei unterschiedliche Abschnitte klar voneinander zu unterscheiden: zunächst die befestigte Straße in Richtung der Berge, anschließend der Abzweig auf den Wanderweg.
Kirche, Herrenhaus und ältere Spuren
Zur Ortsgeschichte gehört ein 1822 errichtetes Herrenhaus im klassizistischen Stil. In der Ortslage Hrádok befindet sich außerdem ein bronzezeitliches Hügelfort. Die zentrale evangelische Kirche von Hradište ist ein Jugendstilbau mit Saalgrundriss und einem hohen vorgestellten Turm. Im Inneren besitzt sie einen neoklassizistischen Altar mit dem Gemälde „Kristus na mori“ des Malers František Gyurkovits aus Lučenec.
Die Kirche ist auch mit dem örtlichen Gemeindeleben verbunden: Jeden dritten Sonntag finden dort Gottesdienste statt. Auf den Hradišter Streusiedlungslagen wird in der Kapelle des Heiligsten Herzens Jesu alljährlich zum Fest des Heiligsten Herzens Jesu ein Kirchweihfest, ein odpust, gefeiert. Diese beiden religiösen Orte stehen damit für unterschiedliche Seiten von Hradište – für den zentralen Sakralbau im Ort und für die religiöse Tradition der verstreuten Siedlungslagen.
Lokale Traditionen und Veranstaltungen
Für Hradište ist außerdem eine historische Handwerkstradition der Radherstellung und der Herstellung von Holzgeschirr dokumentiert. Einen weiteren lokalen Akzent setzt OZ PreHradište. Zu den von der Vereinigung finanzierten und organisierten Veranstaltungen gehört eine Verkostung hausgemachter Weine. Zusammen mit dem betreuten Obstgarten verweist dies auf eine lokale Kultur, in der Landschaft, handwerkliche Tätigkeiten und gemeinschaftlich getragene Veranstaltungen nebeneinanderstehen.
Wenn Sie Hradište mit weiteren Zielen vergleichen möchten, finden Sie in dieser Übersicht auch Cinobaňa, Utekáč, Uhorské, Breznička, Ozdín, Kokava Nad Rimavicou, Krná und Zlatno.
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