Veselé – barocke Kirche und Kulturgeschichte
Veselé liegt am nordöstlichen Rand der Trnavaer Hügellandschaft, am Übergang zu einem Ausläufer des Tieflands an der Waag. Der Ort befindet sich auf der rechtsseitigen Terrasse des Dudváh und 12 km südwestlich von Piešťany. Für Sie verbindet sich hier eine kleinteilige Kulturgeschichte mit der offenen Landschaft des Tieflands an der Waag: Kirchenbau, Pfarrhaus, Familienkapelle, Erinnerungsorte und ein bedeutendes Vogelgebiet setzen unterschiedliche Akzente für einen Ortsbesuch.
Kirche, Pfarrhaus und barocke Spuren
Das prägende sakrale Bauwerk ist die dem heiligen Bartholomäus geweihte Kirche. Sie wurde zwischen 1736 und 1743 als barocke Kirche neu errichtet. Im Jahr 1925 wurde sie durch den Anbau von zwei Seitenschiffen zu einer dreischiffigen Kirche erweitert und erneuert. Am Gewölbe des Hauptschiffs befinden sich vier gemalte biblische Szenen: die Flucht nach Ägypten, die wundersame Brotvermehrung, das Letzte Abendmahl und die Vertreibung der Händler aus dem Tempel.
Gegenüber der Kirche steht das Pfarrhaus von Veselé. Der zweigeschossige, längliche Bau besitzt einen von preußischen Gewölben überspannten Durchgang. Sein Erdgeschoss ist ein barocker Bau mit klassizistischer Fassade aus dem 18. Jahrhundert. Nach zwei Bränden kamen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Obergeschoss und eine Empirefassade hinzu. Am Eingang zum Garten stehen barocke Steinstatuen des heiligen Florian und des heiligen Vendelinus aus dem 18. Jahrhundert.
Eine Gedenktafel am Pfarrhaus erinnert an eine Zusammenkunft der Gründer von Mäßigkeitsvereinen, die dort am 12. August 1847 stattfand. Die Tafel selbst wurde am 8. Dezember 1968 enthüllt. Auf dem Platz bei der Kirche steht außerdem ein barockes Werk aus dem Jahr 1763. An der Nordseite der Kirche erinnert ein Sandsteindenkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus den Jahren 1914 bis 1918.
Familienkapelle und Erinnerungskultur
Auf dem Friedhof ließ die Familie Škublič im Jahr 1900 an der Stelle ihrer Familiengruft eine größere gemauerte Kapelle im gotischen Stil errichten. Die Škublič-Familienkapelle ist der Erhöhung des Heiligen Kreuzes geweiht; gelegentlich finden dort katholische Messen statt. Für kulturgeschichtlich interessierte Besucher ergänzt sie die barocke Kirche um einen späteren, familienbezogenen Sakralbau.
Im Geburtshaus von Štefan Moyses befindet sich eine Ausstellung über sein Leben und Werk. Das Gebäude ist zugleich ein Beispiel für erhaltene volkstümliche Architektur aus dieser Region. Štefan Moyses war der erste Vorsitzende der Matica slovenská. Damit bietet Veselé neben kirchlichen Bauwerken auch einen persönlichen und architekturgeschichtlichen Zugang zur slowakischen Kulturgeschichte.
Offene Agrarlandschaft und ehemaliges Ťapkové
Veselé gehört zum besonderen Schutzgebiet Špačinsko-nižnianske polia. Es ist ein wichtiges Brut- und Nahrungsgebiet für den Sakerfalken und weitere Vogelarten der offenen Agrarlandschaft. Wenn Sie bei Ihrer Reise kulturelle Orte mit einem Blick auf die Landschaft verbinden möchten, gehört diese naturräumliche Einordnung zur besonderen Identität des Ortes.
Am oberen Ortsrand der ehemaligen Gemeinde Ťapkové steht ein hölzerner Glockenturm mit hölzernem Dach. Er trägt eine kleine Glocke, die 1821 in Bratislava gefertigt wurde.
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