Kameňany: Kirche, Karstlandschaft und regionale Geschichte

Kameňany verbindet eine bemerkenswerte mittelalterliche Kirche mit einer ausgeprägten Karstlandschaft oberhalb des Ortes. Im Ort treffen mittelalterliche Wandmalereien, spätere historische Bauwerke und eine Hochebene mit großen Karstsenken aufeinander.

Kirche, Fresken und historische Bauwerke

Die evangelische Kirche von Kameňany stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und besitzt romanische Fundamente. Im Inneren bewahrt sie Fresken aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und aus dem 15. Jahrhundert. Dazu gehört die Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind und der heiligen Anna, die als Metercia bekannt ist. Die Fresken stammen damit aus zwei unterschiedlichen Zeitabschnitten. Die Kirche ist außerdem im Jelšava-Rundgang der mittelalterlichen Wandmalereien aufgeführt.

Gegenüber der Kirche steht ein historisch bedeutendes klassizistisches Gebäude der ehemaligen Lateinschule. Es ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. Neben der Kirche befindet sich zudem ein rokoko-klassizistischer Glockenturm aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die räumliche Nähe dieser Bauwerke verbindet mittelalterliche Kirchenarchitektur, ein ehemaliges Schulgebäude und einen deutlich jüngeren Glockenturm an einem Ort. Ihre unterschiedlichen Stilmerkmale und Entstehungszeiten machen die historische Entwicklung der Bebauung sichtbar.

Auch die Ortsgeschichte reicht über die erhaltenen Bauwerke hinaus. In Kameňany bestand historisch eine Töpfertradition. Von 1866 bis 1871 war hier ein slowakisches Laienspieltheater aktiv. Rund um Kameňany lagerten außerdem Eisenerzvorkommen; das gewonnene Eisen wurde früher in Stahlwerken verarbeitet. Diese historischen Bezüge erweitern das Bild des Ortes um Handwerk, Theater und die frühere Verarbeitung von Bodenschätzen.

Karstlandschaft oberhalb von Kameňany

Die Kameňany-Karstlandschaft liegt als Hochebene oberhalb von Kameňany und gilt als das interessanteste Karstgebiet des Jelšava-Karsts. Besonders auffällig sind große schüsselförmige Dolinen mit einem Durchmesser von bis zu 600 Metern. Die außergewöhnliche Größe dieser Senken prägt die Hochebene und gibt ihr eine deutlich andere Gestalt als den historischen Bauwerken im Ort. Die Landschaft ist dadurch nicht nur ein Umfeld der Siedlung, sondern ein eigenständiger räumlicher Schwerpunkt.

Am Fuß der Kameňany-Karstlandschaft liegt die Karstquelle Hlavište. Ihre durchschnittliche Schüttung beträgt 20 Liter pro Sekunde. Damit gehören zur Karstlandschaft sowohl die groß dimensionierten Dolinen auf der Hochebene als auch eine konkrete Quelle am Fuß des Geländes.

Radroute in Richtung Rákoš

Die Radroute Kameňany–Tvrdošovo führt in Richtung Rákoš zunächst über eine asphaltierte Straße. Nach etwa 1,5 Kilometern biegt sie links auf einen asphaltierten Waldweg ab. Der Wechsel vom Straßenbelag zum Waldweg kennzeichnet den nächsten Abschnitt der Strecke.

Als lokale Spezialität von Kameňany gilt ein Destillat aus Kornelkirschen. Es ergänzt die historischen Hinweise auf Töpferei, Laienspieltheater und Eisenverarbeitung um einen kulinarischen Bezug.

Wenn Sie Kameňany mit weiteren slowakischen Reisezielen vergleichen möchten, finden Sie außerdem Magnezitovce, Muránska Huta, Mokrá Lúka, Rašice, Rybník, Muránska Dlhá Lúka, Gemerská Ves und Muráň.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Revúca.

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