Jestice: Vulkanlandschaft, Vogelhabitate und Hradný vrch

Jestice liegt im östlichen Teil der Cerová vrchovina, im Tal des Oberlaufs des Mačací potok. Der Ort verbindet damit eine klar bestimmbare Landschaftslage mit kulturhistorischen Spuren und einer bemerkenswerten biologischen Bedeutung. Zum Katastergebiet von Jestice gehört ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Cerová vrchovina; zugleich gehört Jestice zu den Katastergebieten des Natura-2000-Schutzgebiets Cerová vrchovina a Rimavská kotlina.

Landschaft und geschützte Lebensräume

Die Cerová vrchovina weist ein markantes vulkanisches Relief auf. Vulkanische Gesteine bedecken jedoch weniger als 10 % ihrer Fläche, während der überwiegende Teil des Gebirges aus Sandstein besteht. Das Landschaftsschutzgebiet Cerová vrchovina wurde erstmals durch die Verordnung des Kulturministeriums der Slowakischen Sozialistischen Republik Nr. 113/1989 Slg. vom 10. Oktober 1989 mit einer Fläche von 16.280 ha ausgewiesen.

Auch die Vogelwelt gehört zur besonderen Einordnung dieser Landschaft. Cerová vrchovina–Porimavie zählt in der Slowakei zu den drei wichtigsten Gebieten für die Brut der Heidelerche (Lulula arborea) und zu den fünf wichtigsten Gebieten für die Brut von Zwergohreule (Otus scops) und Bienenfresser (Merops apiaster). Das Natura-2000-Schutzgebiet Cerová vrchovina a Rimavská kotlina weist warme und trockene Bedingungen auf, die für die Brut und das Überleben dieser drei Arten geeignet sind. Zu den wichtigen Vogelhabitaten im Vogelschutzgebiet gehören Wälder, Pappelalleen und andere Alleen, Uferbestände aus Weiden und Erlen, Obstgärten, Weinberge, Felsgeröll und weitere felsige Lebensräume.

Weg zum Hradný vrch und mittelalterliche Spuren

Wenn Sie den Hradný vrch zu Fuß erkunden möchten, beginnt der beste Weg am Gemeindeamt von Jestice. Er führt zunächst über eine Straße in Richtung Kulturhaus und geht anschließend in einen Feldweg über. Der Weg ist nicht offiziell mit Wanderzeichen markiert, dauert zu Fuß etwa 30 bis 40 Minuten und sollte mit Karte oder GPS begangen werden.

Mit der Geschichte des Ortes ist Hrádok Jestice verbunden, wahrscheinlich eine kleinere mittelalterliche Festung. Die südliche Zugangsseite war durch aufgeschüttete Erdwälle geschützt. Die Befestigung gehört wahrscheinlich in die Zeit der Árpáden; außerdem steht ihre Existenz im Zusammenhang mit einer schriftlichen Erwähnung aus den Jahren 1333/1334, in der der Burghügel „mons Waarheg“ genannt wird. Ein Schlüssel, ein Messer und Hufeisen belegen eine Besiedlung im 11. bis 13. Jahrhundert. Heute sind von Hrádok Jestice nur bescheidene, etwa drei Meter hohe Erdwälle erhalten, die von dichtem Wald überwuchert sind.

Dorfkultur und lokale Erinnerung

Das zentrale Bauwerk von Jestice ist ein Glockenturm. Im Ort gibt es außerdem charakteristische Wohnhäuser in volkstümlicher Bauweise. Im Gebäude des Gemeindeamts befindet sich eine ständige lokale Ausstellung für Volkskunst und Traditionspflege, die Besucher jederzeit besichtigen können. Einen archäologischen Bezug dokumentiert die Ausstellung „Hrady v Gemeri-Malohonte“ des Gemersko-malohontské Museum aus dem Jahr 2015, in der archäologische Funde von Jestice–Várhegy präsentiert wurden.

Zu den weiteren kulturellen Bezugspunkten zählt die dem heiligen Andreas geweihte Kapelle aus dem Jahr 1996. Aus Jestice stammen drei Volksmusikaufnahmen aus den Jahren 1974 und 1985. Mit dem Ort werden außerdem die Tänze „Karéj“, „Csárdás“ und „Csárdás, ugrató“ in Verbindung gebracht. So begegnen Ihnen in Jestice neben Landschaftsschutz und Burggeschichte auch Formen lokaler Bau-, Musik- und Tanztradition.

Weitere Ziele: Žíp, Gemerský Jablonec, Tisovec, Martinová, Gemerské Dechtáre, Klenovec, Rimavské Janovce, Veľké Teriakovce.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Rimavská Sobota.

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