Španie Pole – Karstlandschaft und Handwerksgeschichte

Španie Pole lässt sich über zwei dokumentierte Themen erschließen: die Kulturgeschichte des Ortes und die Formenwelt des mit ihm verbundenen Drienčanský kras. Das Karstgebiet liegt in der Revúcka vrchovina, westlich des Slowakischen Karsts und südlich der Muránska planina. Es erstreckt sich zwischen Drienčany, Hrušovo, Striežovce, Španie Pole, Hostišovce und Budikovany. Für Sie entsteht damit ein Reiseziel, in dem sich Naturformen, historische Baukultur und überlieferte Handwerke klar voneinander unterscheiden lassen.

Karstlandschaft und Wege rund um Španie Pole

Ein konkreter Zugang zur Landschaft ist der Lehrpfad Drienčanský kras. Er ist 7.540 Meter lang und verläuft durch leichtes Gelände. Sein Verlauf verbindet Drienčany, Hrušovo, Striežovce, Španie Pole, Hostišovce und Budikovany. An den Stationen können Besucher Höhlen, Karstseen, Karren und Karstmulden beziehungsweise Dolinen kennenlernen. Der Lehrpfad vermittelt damit verschiedene Erscheinungsformen des Karsts innerhalb eines zusammenhängenden Wegverlaufs.

Der mit Španie Pole verbundene Drienčanský kras weist 190 Dolinen und 42 Höhlen auf. Zur Karstlandschaft gehören außerdem Blindtäler, randliche Karstmulden und Karstseen. Eine weitere Streckenoption ist der 15 Kilometer lange Wanderweg Budikovany–Chvalová, der durch den Drienčanský kras führt und bis nach Španie Pole reicht. In der Nähe des Abschnitts zwischen Španie Pole und Chvalová liegt entlang dieses Wanderwegs ein erhaltener Kalkofen. Eine Fahrradroute weist einen Belag aus 70 Prozent Asphalt und 30 Prozent Waldweg auf.

Kirche und Handwerk als Ortsgeschichte

Die evangelische Kirche von Španie Pole wurde von 1805 bis 1810 erbaut und 1931 restauriert. Sie verfügt über einen Saalraum mit segmentförmigem Abschluss und einen vorgestellten Turm. Aus der Bauzeit bewahrt die Kirche eine hölzerne Empore auf geschnitzten Säulen. Ihre Architektur bietet damit einen präzisen historischen Bezugspunkt innerhalb der Ortsgeschichte, ohne dass dafür eine allgemeine Einordnung als Sehenswürdigkeitsliste nötig ist.

Auch die traditionellen Handwerke geben Španie Pole ein eigenes Profil. Zu ihnen gehörte das Kalkbrennen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Ort außerdem für die Verarbeitung und den Verkauf von Bienenwachs bekannt. Spindeln und Brdá wurden in Heimarbeit hergestellt und in anderen Regionen im Hausierhandel verkauft. Brdárstvo war eine winterliche Nebentätigkeit, die häufig mit der Verarbeitung von Bienenwachs sowie mit der Herstellung und dem Verkauf anderer Holzgeräte verbunden war. Der erhaltene Kalkofen am Wanderweg greift dabei ein Handwerk auf, das in der Ortsgeschichte ausdrücklich überliefert ist.

Geologische und archäologische Spuren

In der Španopoľská jaskyňa wurde in den Stalaktiten der oberen Ebene eine Opalmineralisierung festgestellt. Außerdem wurden dort 1988 archäologische Funde entdeckt, darunter Scherben der Kyjatice-Kultur. Die Höhle verbindet damit einen geologischen Befund mit einem archäologischen Hinweis auf frühere menschliche Nutzung.

Weitere Orte für Ihre Slowakei-Recherche: Kyjatice, Martinová, Rimavská Seč, Širkovce, Budikovany, Sútor, Zádor, Gemerček.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Rimavská Sobota.

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