Čermany
Unterkünfte in Čermany
Čermany verbindet eine vielschichtige Ortsgeschichte mit einem klar erkennbaren Landschaftsraum. Die Gemeinde liegt im mittleren Teil der Nitrianska pahorkatina, und durch Čermany fließt der Perkovský potok. Im Katastergebiet liegt außerdem das 5,45 ha große Feuchtgebiet Čermiansky močiar. Es steht unter dem fünften Schutzgrad und fällt in den Zuständigkeitsbereich der CHKO Ponitrie. Der Čermiansky močiar schützt einen moorigen, ökologisch und pädagogisch bedeutsamen Lebensraum mit geschützten Tierarten.
Von der frühen Besiedlung zur Ansiedlung deutscher Siedler
Eine Besiedlung von Čermany ist seit dem 8. Jahrhundert archäologisch belegt. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1257; damals wurde der Ort als „CHERMEN“ bezeichnet. Eine weitere prägende Phase begann zwischen 1857 und 1861: Deutsche Bewohner aus Hannover und Oldenburg siedelten nach Čermany über, und die Gemeinde wurde von Bauern aus Norddeutschland besiedelt.
Die deutschen Siedler stellten Holzschuhe her. Außerdem beschäftigten sie sich mit der Rodung von Wäldern und der Landwirtschaft. Damit lässt sich die Ortsgeschichte nicht nur über Jahreszahlen, sondern auch über konkrete Tätigkeiten lesen. Noch weiter zurück reicht die Funktion der Siedlung als Militär- und Handelsstation an einer Römerstraße im germanischen Hinterland. Čermany steht damit für mehrere historische Schichten, die von der archäologisch belegten Besiedlung über die schriftliche Nennung bis zur deutschen Ansiedlung reichen.
Kirche auf der Anhöhe
Ein wichtiger Orientierungspunkt ist Kostol Narodenia Panny Márie im südlichen Teil von Čermany. Die Kirche steht auf einer kleinen, nach Westen erhöhten Anhöhe und ist von allen Seiten des Gemeindegebiets aus sichtbar. Ihre Baugeschichte reicht zu einer ursprünglichen Renaissancekirche zurück. Im Jahr 1760 wurde sie barock umgebaut, 1813 renoviert.
Kostol Narodenia Panny Márie ist eine einschiffige Kirche mit polygonalem Presbyteriumsabschluss, angebauter Sakristei und vorgestelltem Turm. Um das Gotteshaus ist eine erhaltene Renaissance-Mauer mit Schlüsselschießscharten vorhanden. Für Ihre Ortsorientierung verbindet dieser Bau daher eine weithin sichtbare Lage mit einer ungewöhnlich klar ablesbaren Abfolge aus Renaissance, barocker Veränderung und späterer Renovierung.
Kapelle, Statuen und Erinnerungszeichen
Zur historischen Ausstattung von Čermany gehört die Friedhofskapelle Kaplnka Zmŕtvychvstalého aus dem Jahr 1892. In den unterirdischen Räumen der Kapelle befinden sich drei Sarkophage. Im Ort steht außerdem eine spätbarocke Statue des heiligen Johannes Nepomuk aus dem späten 18. Jahrhundert.
Eine spätklassizistische Säule mit der Wegplastik der Heiligen Dreifaltigkeit wurde 1868 von Štefan Laluch und seiner Ehefrau errichtet. Die Statue des Heiligsten Herzens mit einer Christusplastik im Zentrum entstand am 3. Juni 1932. Auf diesem Denkmal sind die Namen aller im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten verewigt. Das Čermany First World War Memorial ist ein einzigartiges Keramikdenkmal mit deutschen Namen.
Zur weiteren Orientierung: Preseľany, Solčianky, Nemečky, Ludanice, Malé Ripňany, Kuzmice, Svrbice, Prasice.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Topoľčany.