Lipové: Kanäle, Naturraum und ländliche Kultur
Lipové zwischen Kanälen und Tieflandlandschaft
Lipové liegt in der Ebene des Žitný ostrov, einer flachen Niederung auf 105 bis 109 m über dem Meeresspiegel. Durch das Katastralgebiet verläuft ein relativ dichtes Netz von Kanälen, das den Charakter der Landschaft wesentlich mitprägt. Das entwaldete, flache Katastralgebiet umfasst 1.058 ha. Geologisch bestimmen Kies und Sande der „kolárovskej formácie“ den Untergrund; hinzu kommen Schichten fluvialer Donauablagerungen sowie Auen- und Überschwemmungsböden, die örtlich versalzt sind. Damit zeigt Lipové eine Landschaft, deren Eigenart weniger durch Höhenunterschiede als durch Wasserläufe, offene Flächen und die geologische Geschichte der Donau geprägt wird.
Die kanalreiche Umgebung eignet sich für den ländlichen Tourismus. Zugleich bestehen aufgrund des Tieflandreliefs und des vergleichsweise geringen Verkehrsaufkommens auf den örtlichen Straßen sehr gute Bedingungen für den Radtourismus. Wer Lipové mit dem Fahrrad erkundet, trifft dabei auf ein flaches Landschaftsbild, in dem sich Naturraum und landwirtschaftlich geprägte Flächen eng abwechseln.
Naturraum Ostrovné lúky
Das Katastralgebiet von Lipové gehört zum Natura-2000-Gebiet Ostrovné lúky. Ostrovné lúky ist ein offener Lebensraum im Tiefland, der für die Brut und das Überleben des Rotfußfalken (Falco vespertinus) von großer Bedeutung ist. Die dortige Steppen-, Waldsteppen- und Agrarlandschaft bietet außerdem dem Schwarzstirnwürger (Lanius minor) und der Kurzzehenlerche (Anthus campestris) geeignete Lebensbedingungen. Ein weiterer benannter Naturraum ist der Altarm Bodza–Lipové, auch Zsemlekes genannt, der in Lipové zu den touristisch wertvollsten Lokalitäten zählt.
Geschichte und Ortsbild
Lipové entstand nach der Bodenreform von 1920 unter dem Namen Hodžovo. Siedler aus der gesamten Slowakei gründeten die Siedlung. Diese Entstehungsgeschichte gehört ebenso zum Ortsbild wie die erhaltenen baulichen Hinweise auf verschiedene Epochen: Der evangelische Glockenturm wurde in den 1920er-Jahren errichtet, während die Kálnokyovská kúria und die zugehörige Scheune auf dem Gehöft Terem aus dem 19. Jahrhundert stammen.
Zur typischen Architektur von Lipové gehören Doppelhäuser und die daneben stehenden Scheunen in Rakotáš. Auch das örtliche Veranstaltungsleben ist Teil der beschriebenen Kultur: In Lipové finden jährlich Feiern zum Muttertag statt. Zu den von der Gemeinde veranstalteten Gemeinschafts- und Kulturveranstaltungen gehört außerdem ein Wettbewerb im Gulaschkochen.
Anreisebezüge und weitere Aktivitäten
In Zemianska Olča befindet sich etwa 5 km entfernt der nächste Bahnhof an der Strecke 131 von Bratislava über Dunajská Streda nach Komárno. In Tôň liegt ebenfalls etwa 5 km entfernt die nächste Bushaltestelle für Fernbusse.
Im Katastergebiet von Lipové, unmittelbar neben der Gemeinde Zemianska Olča, wurde das ehemalige Schottergrubengelände zum Fischereigewässer CARP PARADISE für die Freizeitfischerei umgewandelt. Für die Auswahl einer Unterkunft bildet Lipové damit einen Ausgangspunkt für unterschiedliche Themen: offene Tieflandnatur, Radfahren, ländlicher Tourismus, kulturhistorische Zeugnisse und die benannten Landschaftsräume. Für eine breitere regionale Orientierung können Sie außerdem Martovce, Imeľ, Zlatná Na Ostrove, Čalovec, Zemianska Olča, Buc, Okoličná Na Ostrove und Kravany nad Dunajom vergleichen.
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