Svätý Peter – Weinberge, Kirchen und Geschichte
Svätý Peter verbindet eine vielgestaltige Landschaft mit einer ausgeprägten Weinbaugeschichte und sichtbaren Spuren mehrerer Konfessionen und Epochen. Wenn Sie für Ihre Slowakei-Reise einen Ort mit regionalem Charakter suchen, finden Sie hier Auen- und Überschwemmungsböden ebenso wie sandige Löss-Terrassen, Hügellandschaften und ausgedehnte Sanddünen. Zum Gemeindegebiet gehören außerdem Ackerflächen, Weinberge und Akazienwälder; im Süden liegen vor allem fruchtbare Felder.
Weinbau zwischen Kellergassen und Verkostung
Weinberge sind in Svätý Peter seit 1715 dokumentiert. Der Svätopeterský rizling gilt als der bekannteste Sortenwein aus den Weinbergen des Gemeindegebiets. Mehr als 200 Weinbaukeller werden heute weiterhin aktiv genutzt. Weinbaukeller und Presshäuser befinden sich an zwei Standorten: im Bereich „Nové Vinohrady“ entlang des Kellerwegs in Richtung Komárno sowie im Bereich „Strážny Vrch“ entlang des Kellerwegs in Richtung Madar.
Eine konkrete Möglichkeit, den Weinbau kennenzulernen, bietet St Peter Vini. In der großen Kuppel des Weinkellers finden Weinverkostungen statt. Das Unternehmen bietet Weine aus eigener Produktion an, die in einem eigenen Weinkeller in Fässern gelagert werden; der Keller kann besucht werden. Damit lässt sich die lokale Weintradition nicht nur über ihre Geschichte, sondern auch über dokumentierte Orte und Angebote des Weinbaus erfassen.
Kirchen und Spuren der Ortsgeschichte
Die erste schriftliche Erwähnung von Svätý Peter stammt aus dem Jahr 1332 und steht mit der Weihe einer Pfarrei und einer dem heiligen Petrus geweihten Kirche in Verbindung. Die römisch-katholische Kirche der Heiligen Peter und Paul wurde 1730 an der Stelle einer gotischen Kirche errichtet. Das schwere Erdbeben von 1763 beschädigte die katholische Kirche schwer. Graf Miklós Zichy veranlasste anschließend ihre Restaurierung und ließ dekorative Fenster anfertigen, die bis heute sichtbar sind.
Zur konfessionellen Geschichte gehören außerdem mehrere evangelische Kirchen. Die reformierte evangelische Kirche in Svätý Peter ist klassizistisch und wurde 1784 als Toleranzkirche errichtet. Eine evangelische Kirche des Augsburger Bekenntnisses wurde 1956 erbaut. Für einen Ortsbesuch ergibt sich daraus ein ungewöhnlich differenziertes Bild religiöser Baugeschichte, das sich über mehrere Jahrhunderte erstreckt.
Das Zichy-Herrenhaus und weitere historische Zeugnisse
Das Herrenhaus der Familie Zichy diente während militärischer Unruhen als Komitatshaus, in dem Komitatsversammlungen stattfanden. Während der Revolution von 1848–1849 beherbergte das Zichy-Herrenhaus György Klapka und János Damjanich; anschließend diente das Gebäude als Militärkrankenhaus. Der heutige technische Zustand des Herrenhauses ist unzureichend. Diese Information gehört zur realistischen Einordnung des historischen Bestands und ist nicht mit einer Aussage über aktuelle Besichtigungsmöglichkeiten gleichzusetzen.
Auch kleinere Zeugnisse ergänzen das Ortsbild. Ein bei der Geburt der Tochter der Familie Zichy im Park gepflanzter Platanenbaum ist heute als Naturdenkmal geschützt. In der Familiengruft in Svätý Peter wurden die sterblichen Überreste der Gräfin Fábryová, ihres Ehemanns und ihres sechsjährigen Sohnes beigesetzt.
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