Píla – Lehrpfad, Mühlengeschichte und Kleine Karpaten

Lehrpfad unterhalb der Burg Červený Kameň

Píla verbindet eine vom Wasser geprägte Ortsgeschichte mit Natur- und Kulturerlebnissen im Landschaftsschutzgebiet Kleine Karpaten. Besonders anschaulich wird dieser Zusammenhang auf dem Lehrpfad unterhalb der Burg Červený Kameň. Er führt durch das Tal von Píla und vermittelt an seinen Stationen Informationen über örtliche Sehenswürdigkeiten sowie über Ereignisse aus der Geschichte der Gemeinde.

Der Lehrpfad ist 3 km lang und weist einen Höhenunterschied von 53 m auf. An zwei Rastplätzen können Besucher Trinkwasser nachfüllen. Von zwei Stellen des Lehrpfads führen markierte Wanderwege direkt zur Burg Červený Kameň. Damit verbindet die Strecke ihre Informationen zur Gemeinde mit einer klar benannten Verbindung zur Burg. Zugleich bietet der Lehrpfad Naturerlebnisse im Landschaftsschutzgebiet Kleine Karpaten.

Wasserkraft und Mühlen als Ortsgeschichte

Píla entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts rund um wasserkraftbetriebene Sägemühlen, die zum Herrschaftsgut Červený Kameň gehörten. Diese Entwicklung ist an mehreren historischen Spuren ablesbar. Die Ruine der Getreidemühle ist der Überrest einer herrschaftlichen Mühle, die der Familie Pálffy gehörte; ihr Kern stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Die ehemalige Getreidemühle wurde durch Wasserkraft betrieben, und ihr Mühlgraben ist hinter dem Gebäude bis heute erhalten.

Auch andere frühere Gewerbestandorte gehören zu diesem historischen Bild. Der ehemalige Kupferhammer stellte bis 1916 Kupferkessel her. Anschließend wurde er zu einer Riffelwerkstatt für Walzen von Getreidemühlen sowie zu einer Maschinenwerkstatt umgebaut. Am Standort der ehemaligen Oberen Sägemühle sind Teile von zwei Mühlgräben erhalten. Die ehemalige gräfliche Sägemühle gehörte der Familie Pálffy von Červený Kameň und brannte gegen Ende des Jahres 1928 ab.

Auf dem Friedhof von Píla befindet sich die Familiengruft der Brunovský. Die Familie betrieb in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Píla eine Getreidemühle und eine Riffelwerkstatt für Walzen. Außerdem bestand in Píla seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Papiermühle. Das dort hergestellte Papier trug ein Wasserzeichen mit dem Motiv des Pálffy-Wappens.

Kirche, Kapelle und benannte Landschaftspunkte

Zur Ortsgeschichte gehören auch sakrale Bauten. Die heutige Kirche der Heimsuchung der Jungfrau Maria stammt aus dem Jahr 1822; die ursprüngliche Kirche wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Der Bau ist einschiffig, besitzt einen polygonalen Abschluss und ein Tonnengewölbe. Über der Giebelfassade sitzt ein kleiner, mit einer Pyramide gedeckter Dachreiter.

Nahe dem Zusammenfluss der Bäche steht eine kleine Kapelle, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und zuletzt 2005 instand gesetzt wurde. Oberhalb von Píla erinnert auf dem 403 Meter hohen Hügel Prostredník ein Denkmal an die Partisanengruppe Janka Kráľa. Bei Hučák, auch Prielom Gidry genannt, zwängt sich der Bach zwischen zwei Felswänden hindurch und überwindet steinerne Kaskaden.

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