Stará Turá: Wandern, Museen und slowakische Geschichte

Stará Turá verbindet kurze Wandererlebnisse mit einer bemerkenswert vielseitigen Kulturgeschichte. Sie können von hier aus einem gelb markierten Weg vom Bahnhof zur Holubyho chata auf der Veľká Javorina folgen oder einen leichten Lehrpfad mit Naturinformationen wählen. Gleichzeitig führen Stadtmuseum, Eisenbahnmuseum, Kirchen und Kalvarie in verschiedene Kapitel der regionalen Geschichte. Damit eignet sich Stará Turá für einen Aufenthalt, bei dem Natur, Ortsgeschichte und konkrete Entdeckungen nebeneinanderstehen.

Wanderwege mit unterschiedlichen Anforderungen

Eine längere Wanderoption beginnt am Bahnhof Stará Turá: Der gelb markierte Wanderweg führt in etwa 3,5 Stunden zur Holubyho chata auf der Veľká Javorina. Der Bahnhof dient weiterhin als Eisenbahnhaltestelle und ist damit zugleich ein klar benannter Ausgangspunkt dieser Route.

Weniger umfangreich ist der Lehrpfad Drgoňova–Durcova dolina. Er ist 4,9 km lang, weist 100 m Höhenunterschied auf, dauert etwa 1,5 Stunden und umfasst vier Stationen beziehungsweise Informationstafeln. Die Route gilt als leicht und ist auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet. So stehen in Stará Turá ein längeres Wanderziel und ein kurzer, erklärender Weg mit deutlich unterschiedlichem Charakter zur Auswahl.

Naturraum Pavúkov jarok

Zum Naturprofil gehört das Schutzgebiet Pavúkov jarok. Es umfasst 22,49 ha, gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 und unterliegt der vierten Schutzstufe. Geschützt werden dort Auenwiesen und relativ gut erhaltene Ufergehölze mit reichen Populationen von Maculinea-Schmetterlingen. Die Bezeichnung Maculinea steht dabei für eine Schmetterlingsgruppe, deren Vorkommen zu den konkret genannten Schutzinhalten des Gebietes zählt.

Kirchen, Turm und Kalvarie

Zu den markanten Bauwerken zählt die Stará veža, auch Husitská genannt. Sie ist das älteste erhaltene Bauwerk in Stará Turá und ein dreigeschossiger steinerner Turm. Die Toleranz-evangelische Kirche verbindet klassizistische Elemente mit einem barocken Einschlag; auf drei Seiten besitzt sie Emporen. In der Kirche befindet sich außerdem eine 1873 gefertigte Orgel, die als geschütztes Denkmal gilt. Für den Kirchturm ist die Angabe überliefert, dass vermutlich 1624 ein Turm an die Kirche angebaut wurde.

Die Kalvarie von Stará Turá liegt auf dem römisch-katholischen Friedhof Drahý. Ihr Zugangsweg ist von vierzehn Kreuzwegstationen gesäumt. Zum Kalvarienberg-Komplex gehört die Kapelle des Heiligen Kreuzes, ein neugotischer Bau mit halbrundem Abschluss. Diese Orte geben dem Stadtbild eine weitere religiöse und architektonische Ebene, ohne dass sie zu einem einzigen Bauensemble zusammengefasst werden müssen.

Museen für Geschichte, Technik und Literatur

Das Stadtmuseum Stará Turá zeigt Fossilien, Überreste quartärer Säugetiere sowie archäologische Funde aus der Stein- und Bronzezeit. Sein ethnografischer Teil befasst sich mit der Entwicklung von Handwerk, Zünften, Handel und Gewerben in Stará Turá. Im Eisenbahnmuseum können Sie einen Morseapparat ausprobieren, alte Fahrpläne ansehen und mehr über den Eisenbahnbetrieb vergangener Jahrzehnte erfahren. Eine weitere Ausstellung widmet sich der Eisenbahnstrecke Veselí nad Moravou–Nové Mesto nad Váhom und den umliegenden Nebenstrecken.

Das Museum der Roy-Schwestern behandelt Literatur- und Musikwissenschaft sowie das soziale und geistliche Wirken von Mária und Kristína Royová. Besuche können nach vorheriger telefonischer oder E-Mail-Vereinbarung organisiert werden. Dadurch unterscheidet sich dieses Museum von den ausdrücklich als Ausstellung beschriebenen Angeboten des Stadt- und Eisenbahnmuseums.

Handwerk und Bryndza-Tradition

Handwerksmärkte und Veranstaltungen sind in Stará Turá zu einer Tradition geworden. Das Kulturhaus Javorina organisiert jedes Jahr vier Handwerksveranstaltungen im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Auch die slowakische Bryndza-Geschichte ist mit dem Ort verbunden: Der aus Stará Turá stammende Metzger und Händler Ján Vagač gründete 1787 in Detva die erste gewerbliche Bryndzerei der Slowakei. Nach örtlicher Überlieferung stammten die ersten Bryndza-Hersteller in der Slowakei aus Stará Turá.

Wenn Sie Stará Turá mit weiteren Orten vergleichen möchten, finden Sie außerdem Horná Streda, Kálnica, Hrachovište, Višňové, Trenčianske Bohuslavice, Beckov, Hrádok und Bzince Pod Javorinou.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Nové Mesto Nad Váhom.

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