Horný Bar zwischen Donau-Radroute und Kirchenlandschaft

Horný Bar liegt am linken Ufer der Donau auf der Insel Žitný ostrov, die vom Großen und Kleinen Donauarm umgeben ist. Der Ort verbindet eine vom Wasser geprägte Landschaft mit einer ungewöhnlich dichten Folge kirchen- und siedlungsgeschichtlicher Spuren. Zugleich liegt Horný Bar vollständig im geschützten wasserwirtschaftlichen Gebiet Žitný ostrov. Wer eine Unterkunft in diesem Ort sucht, findet damit einen Reiseort, dessen Charakter sich vor allem aus Flussarmen, Kanälen, Radwegen und historischen Bauwerken erschließt.

Wasserlandschaft und Donau-Radroute

Die Landschaft rund um Horný Bar ist sowohl natürlich gewachsen als auch durch Wasserbau und Landwirtschaft verändert. Frühere Altarme, Sümpfe und Schilfbestände im Gebiet wurden entwässert; an ihrer Stelle entstanden ertragreiche Ackerflächen. An verbliebenen Altarmen, Mäandern und Sanddünen im Umfeld entstanden dagegen botanisch besonders interessante Sumpfgebiete. In der Umgebung feuchter Wiesen und Wasserbecken kommen bekannte Pflanzenarten vor. Wasservögel prägen insbesondere die Tierwelt im Umfeld von Horný Bar und auf Žitný ostrov.

Für Radreisende ist die Internationale Donau-Radroute ein markanter Bezugspunkt. Sie verläuft im Gebiet von Horný Bar in zwei Ästen. Am Zuführkanal bei Horný Bar ist sie Teil des EuroVelo-6-Korridors. Von der Route führt bei Horný Bar eine neu errichtete Brücke über den Sickerkanal in die Gemeinde. Der Zuführkanal des Wasserbauwerks Gabčíkovo verläuft durch das Gebiet; entlang seiner Dämme führen Sickerkanäle. So treffen hier eine internationale Radroute und die technisch geprägte Wasserlandschaft der Donauinsel aufeinander.

Kirchen und historische Spuren

In Horný Bar steht die Pfarrkirche des heiligen Stephan von Ungarn. Die dem heiligen Stephan, dem König, geweihte Kirche wurde 1778 im barock-klassizistischen Stil an der Stelle und teilweise aus den Teilen einer früheren gotischen Kirche errichtet. In ihre Wände sind zwei steinerne Grabmäler eingelassen, die aus den Jahren 1584 und 1606 stammen. Damit lässt sich an einem einzelnen Bauwerk sowohl die ältere gotische Vorgeschichte als auch die spätere barock-klassizistische Gestaltung ablesen.

Ein weiterer historischer Schwerpunkt liegt im Ortsteil Šuľany von Horný Bar. Dort wurde die Kirche der heiligen Anna zu Beginn des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil errichtet, im 15. und 17. Jahrhundert umgebaut und im 18. Jahrhundert barock gestaltet. Ihr einschiffiger Innenraum endet an der Sakristei mit einem polygonalen Abschluss. An der Nordseite des Turms bewahrt die Kirche eine originale schlüssellochförmige Schießscharte. Das ehemalige Schloss von Šuľany war ein zweigeschossiger Bau im spät­renaissancezeitlichen Stil mit quadratischem Grundriss und wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert errichtet. Später wurde es zu einem Kloster und im 20. Jahrhundert zu einem Getreidespeicher umgenutzt; heute sind vom ursprünglichen Gebäude nur noch die Mauern erhalten.

Auch die Ortsgeschichte von Horný Bar reicht über die erhaltenen Gebäude hinaus. Einst stand hier das Schloss der Familie Amadé mit vier Türmen. Nach einigen Quellen schrieb Mátyás Bél dort seine historischen Werke. Die Verbindung von erhaltenen Kirchen, baulichen Resten und überlieferten historischen Bezügen gibt dem Ort eine kulturelle Dimension, die neben der Donau- und Kanallandschaft sichtbar bleibt.

Verbindungen und weitere Ortsvergleiche

Mehrere Regionalbuslinien bieten von Horný Bar direkte Verbindungen nach Bratislava, Šamorín, Dunajská Streda und Gabčíkovo sowie in die umliegenden Gemeinden. Für die Einordnung weiterer Ziele können Sie außerdem Šamorín, Vrakúň, Trnávka, Oľdza, Veľké Blahovo, Jurová, Okoč und Veľký Meder vergleichen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Dunajská Streda.

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