Jablonica – Kirche, Kalvarie und Wege an den Malé Karpaty
Jablonica verbindet barocke Bauwerke, religiöse Kunst und Wege in die Landschaft der Malé Karpaty. Der Ort entstand am Fuß des Gebirges an der alten tschechischen Straße Via Bohemica. Damit treffen hier historische Orientierung und aktive Erlebnisse auf engem thematischem Raum zusammen: Im Ortsbild stehen Kirche, Herrenhaus und Kalvarie im Mittelpunkt, während markierte Wanderwege und eine gelbe Radwanderroute in die Umgebung führen.
Barocke Bauwerke und besondere Details
Der Kostol sv. Štefana kráľa ist ein dreischiffiger Barockbau mit nahezu quadratischem Grundriss und abgerundetem Presbyterium. Sein Bau begann am 19. Juni 1729 und dauerte sechs Jahre. Besonders prägend ist der Hauptaltar mit spätbarocker Ornamentik und überlebensgroßen Plastiken des heiligen Stephanus, des heiligen Ladislaus sowie der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Wer sich für sakrale Architektur interessiert, findet hier nicht nur eine historische Fassade, sondern auch eine ungewöhnlich detailreiche Innenausstattung.
Das heutige Herrenhaus von Jablonica wurde nach 1663 im Barockstil errichtet. Das zweigeschossige Gebäude besitzt drei Flügel und an der Hauptfassade zwei quadratische Ecktürme. Im Herrenhaus und in den Wirtschaftsgebäuden finden jährlich verschiedene Veranstaltungen statt, darunter Wein- oder Bierfeste. Bei diesen Anlässen können Besucher den Komplex kennenlernen. Die Kalvarie wird J.J. Dorfmeister zugeschrieben; die barocke Kalvarienberggruppe wurde zwischen 1756 und 1758 aus Sandstein geschaffen. Sie steht auf einer kleinen künstlich erhöhten zentralen Fläche, die von einer steinernen Balustrade eingefasst ist.
Friedhofskapelle, Kreuzweg und Golgota
Ein weiterer kultureller Schwerpunkt liegt auf dem Friedhof von Jablonica. In der Friedhofskapelle befindet sich hinter einem Gitter ein kleiner Altar mit einem Bild der Sieben Schmerzen Mariens. Der Kreuzweg umfasst 12 Stationen. Am Ende des Hauptwegs steht auf einem aufgeschütteten Hügel ein steinernes Heiliges Grab mit einer Statue des verstorbenen Christus. Auf dem Hügel zeigen drei Holzkreuze Golgota. Die Kapelle entspricht stilistisch neugotischen gemauerten kleinen Sakralbauten der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. So lässt sich die religiöse Gestaltung des Friedhofs über mehrere eigenständige Elemente hinweg betrachten.
Wandern, Radfahren und Naturdenkmal Zrubárka
Von Jablonica führen mehrere markierte Wanderwege in das Landschaftsschutzgebiet CHKO Malé Karpaty und in die Umgebung. Für Radfahrer verbindet eine gelbe Radwanderroute den Ort mit der blauen Fahrradmagistrale, die nördlich der Malé Karpaty durch Záhorie führt, und mit dem Radwegenetz auf der Trnava-Seite der Karpaten bei der Försterei Suchánka. Diese beiden dokumentierten Routen unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung: Die Wanderwege führen in das Schutzgebiet und die nähere Umgebung, während die Radverbindung zwei regionale Netze miteinander verknüpft.
Zur Naturseite Jablonicas gehört die Quelle Zrubárka. Sie liegt in einem Tal zwischen einem Wasserreservoir und einem Steinbruch und ist als Naturdenkmal geschützt. Zum geschützten Gebiet gehört ein drei Hektar großer Komplex aus Moorerlenwald und Nasswiesen. Zrubárka zählt im Gebirge zu den letzten Quellen, die in ihrem natürlichen Zustand erhalten geblieben sind. Für Ihre Reiseplanung ergibt sich damit ein klarer Kontrast zwischen den historischen Stationen im Ort und einem geschützten Landschaftsraum mit eigener geologischer und biologischer Prägung.
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