Kolárovo: Wassermühle, Kultur und Donau-Landschaft
Kolárovo verbindet eine außergewöhnliche technische Sehenswürdigkeit mit einer vielschichtigen Kulturlandschaft an der Kleinen Donau. Den stärksten Eindruck vermittelt die schwimmende Wassermühle: Sie ist die letzte schwimmende Mühle in der Slowakei, steht auf einem Altarm der Kleinen Donau und ist als nationales Kulturdenkmal für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
Schwimmende Wassermühle und Naturlehrpfad
Zur Wassermühle führt eine überdachte, vollständig aus Holz errichtete Brücke. Auf dem Gelände befindet sich das Museum des Wassermahlens. Zu den Exponaten gehört unter anderem eine einzigartige Maschine zur Herstellung von Fischernetzen, die als eine der ersten der Welt gilt. Für Ihren Besuch bietet die Mühle eine klare zeitliche Orientierung: Sie empfängt Besucher montags bis sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr, Führungen finden alle 15 Minuten statt.
Der Naturlehrpfad an der Wassermühle richtet sich vor allem an Besucher der Mühle und verlängert den Aufenthalt in Kolárovo in der Natur. Er vermittelt Informationen über die lokale Fauna und Flora sowie über die mit Kolárovo verbundene Geschichte. Außerdem informiert er über die natürlichen, landschaftlichen und historischen Werte des Gebiets rund um die nationale Kulturdenkmalsstätte Lodný mlyn. Damit stehen bei einem Besuch nicht nur das Bauwerk und seine Technik im Mittelpunkt, sondern auch der Altarm und die Landschaft, in der die Mühle steht.
Kirchen, Häuser und lebendige Traditionen
Zur historischen Seite Kolárovos gehören mehrere unterschiedliche Bau- und Kulturzeugnisse. Die barocke römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1723–1724 an der Stelle einer älteren gotischen Kirche errichtet und 1772 vergrößert. Ihr Innenraum besitzt ein spätbarockes Tonnengewölbe. Die Kapelle der heiligen Rosalia ist ein barocker Bau aus den 1750er-Jahren; ihr Turm wurde Ende des 19. Jahrhunderts ergänzt.
Das Haus der Volkstraditionen ist ein rekonstruiertes altes Bauernhaus mit zeitgenössischer historischer Möblierung. Es bietet Raum für verschiedene Volkshandwerke, Kunstlager und Aktivitäten zur Pflege und Bewahrung volkstümlicher Traditionen. Ergänzend veranstaltet das städtische Kulturzentrum jährlich mehrere Ausstellungen mit Arbeiten bekannter Amateurkünstler, Maler und Fotografen. Es ist außerdem Mitveranstalter der Kolárovská lýra, eines internationalen Wettbewerbs für Amateurgesang, und setzt sich für die Bewahrung und Verbreitung lokaler Volkstraditionen sowie slowakischer, ungarischer und europäischer Kulturwerte ein.
Eine mehr als hundert Jahre alte lokale Tradition ist der Turíčny-Tanzumzug. Er gilt als eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse der Gemeinde und als wichtiges Mittel zur Bewahrung der ungarischen Identität. Ein anderes historisches Ziel sind die Ruinen von Žabí hrad, ursprünglich Hrad Mieru genannt. Sie liegen in einem bewaldeten Feuchtgebiet nahe dem Zusammenfluss von Kleiner Donau und Váh.
Kleine Donau und regionaler Ausflugsspielraum
Auch die Wasserlandschaft prägt die Orientierung rund um Kolárovo. Die gesamte Kleine Donau ist von Vrakuňa, einem Stadtteil von Bratislava, bis nach Kolárovo schiffbar. Im weiteren regionalen Umfeld bietet das Familienweingut Georgina nach vorheriger Anmeldung Wein- und Käseverkostungen an. Der Halt Mŕtve rameno Váhu auf der Route Komárno–Kolárovo bietet Wasserfahrräder und einen Fahrradverleih.
Weitere Ziele auf dieser Ebene: Okoličná Na Ostrove, Zlatná Na Ostrove, Lipové, Komárno, Buc, Bodza, Bajč, Zemianska Olča.
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