Zavar – zwischen Lösshochfläche und Flussaue

Zavar zwischen Lösshochfläche und Flussaue

Zavar liegt 8 Kilometer südöstlich von Trnava auf 127 Metern über dem Meeresspiegel. Der Ort befindet sich am östlichen Rand der Lösshochfläche von Trnava; der östliche Teil des Gemeindegebiets liegt in der gemeinsamen Aue der Flüsse Blava und Dudváh. Für die Einordnung des Reiseziels sind damit zwei Landschaftsbilder dokumentiert: die offene Hochfläche und die tiefer gelegene Flussaue.

Ortsgeschichte und historische Spuren

Die erste schriftliche Erwähnung von Zavar stammt aus dem Jahr 1255. Damals wurde der Ort als „de Zovvor“ bezeichnet. Noch weiter zurück reichen die archäologischen Spuren: Funde belegen eine Besiedlung im Neolithikum, im Äneolithikum und in der älteren Bronzezeit. Das Herrenhaus Kaštieľ wurde Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet und gehört zu den historisch benannten Bauwerken des Ortes.

Ein prägender Sakralbau ist die neugotische Kirche Mariä Geburt. Sie wurde 1907 an der Stelle einer früheren romanischen Kirche errichtet. Im Innenraum besitzt sie kreuzrippenartige Stuckgewölbe mit gotisierendem Profil. Die heutigen Buntglasfenster stammen ungefähr aus dem Jahr 1955. Der Kirchturm ist 32,40 Meter hoch und enthält drei Glocken. Zur jüngeren Erinnerungskultur gehört die Gedenktafel für die Pfarrverwalter von Zavar, die am 7. September 2008 enthüllt wurde. Die Feier begann mit einer Festmesse in der Kirche Mariä Geburt.

Auf dem örtlichen Friedhof wurde am 31. Oktober 2010 eine Bronzestatue der heiligen Barbara enthüllt. Solche genau datierten Zeugnisse ergänzen das ältere Ortsbild um Gedenk- und Erinnerungselemente des 20. und 21. Jahrhunderts.

Musik, Handwerk und lokale Traditionen

Zavar ist außerdem mit der Geschichte slowakischer populärer Musik verbunden. Der aus Zavar stammende Gejza Dusík war ein Pionier und eine führende Persönlichkeit der Gründergeneration slowakischer Komponisten populärer Musik. Der Zavarský-Kammerchor wurde 1996 gegründet und repräsentierte Zavar in Kirchen von Trnava. In den 1960er-Jahren trat der Chor in Zavar und Umgebung mit slowakischen Volksliedern auf.

Eine weitere kulturelle Spur führt zur Stickerei- und Spitzenherstellung. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Zavar eine Werkstatt und eine Schule für Stickereien und Spitzen des Vereins Izabella. Noch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts stickten Frauen in Zavar, um ihr Einkommen aufzubessern. Die Ortsgeschichte lässt sich dadurch nicht nur über Gebäude und Denkmäler, sondern auch über Musik und handwerkliche Arbeit nachvollziehen.

Essen, Wein und dokumentierte Veranstaltungen

Bei den am 28. September 2008 in Zavar veranstalteten Slivkové hody wurden Pflaumenknödel, Šúľance, Báleše und weitere Pflaumenspezialitäten zum Probieren angeboten. Eine fachkundige Weinverkostung widmete sich 102 Zavarský-Weinproben. Drei fünfköpfige Kommissionen bewerteten dabei deren Qualität und Aussehen.

Bei einem dokumentierten Country hody konnten Kinder auf Pferden und einem Kamel reiten, eine Hüpfburg nutzen und historische Autos bewundern. Für die Jahre 2023 und 2024 ist außerdem die Zavarská desiatka dokumentiert.

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