Trnava: Historische Stadt zwischen Kultur und Kleinen Karpaten
Trnava verbindet eine geschichtsträchtige Stadt mit den Landschaften der Kleinen Karpaten. Das historische Zentrum steht seit 1987 unter städtischem Denkmalschutz. Zugleich führt die Auswahl von bedeutenden Kirchen, Museen und Bühnen bis zu Wanderwegen, Höhlen und Radrouten im Umfeld von Smolenice. Damit lässt sich eine Kulturreise nach Trnava mit Naturerlebnissen verbinden, ohne die unterschiedlichen Charaktere der Ziele zu vermischen.
Historisches Zentrum und kirchliches Erbe
Trnava erhielt 1238 als erste slowakische Stadt die Privilegien einer freien königlichen Stadt. Nachdem das Erzbistum von Esztergom 1543 hierher verlegt worden war, wurde Trnava fast 300 Jahre lang zum kulturellen und kirchlichen Zentrum des Königreichs Ungarn. Von dieser Entwicklung zeugen die Befestigungsanlagen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert und der Stadtturm mit seiner Aussichtsterrasse über Trnava und die Umgebung.
Die Kathedrale des heiligen Johannes des Täufers gilt als erstes frühbarockes Bauwerk der Slowakei. Im Inneren befindet sich ein originaler, vollständig aus Holz gefertigter Hauptaltar aus dem Jahr 1640. Die Basilika des heiligen Nikolaus entstand zwischen 1380 und 1421 als dreischiffige gotische Basilika. Ihr Gnadenbild macht Trnava zu einem bekannten Wallfahrtsort und ergänzt die städtische Geschichte um eine religiöse Dimension.
Museen, Kunst und Bühnen
Das Haus der Musik Mikuláš Schneidra Trnavského widmet sich dem Leben und Werk des Komponisten. Außerdem beherbergt es eine Ruhmeshalle für die Resonatorgitarre Dobro; diese 2020 neu eingerichtete DOBRO-Ruhmeshalle ist öffentlich zugänglich. Das Westslowakische Museum zeigt Ausstellungen im Hauptgebäude, öffnet Innenhöfe für Besucher und umfasst auch eine archäologische Ausstellung. Untergebracht ist es in einem ehemaligen Klarissenkloster, das in Trnava bereits 1239 erwähnt wurde.
Für zeitgenössische bildende Kunst steht die Galéria Jána Koniarka, eine Kultur-, Gedächtnis- und Bildungseinrichtung, die den internationalen Plakatwettbewerb Trienále plagátu Trnava organisiert. Der Westflügel des Rathauses vermittelt die Geschichte der Stadtverwaltung und bietet Raum für Kunstausstellungen und Konzerte. Das Gebäude des Divadlo Jána Palárika wurde 1831 von der Stadt errichtet und gilt als ältestes erhaltenes Gebäude seiner Art in der Slowakei. Derzeit führt das Theater Inszenierungen für Erwachsene auf. Eine saisonale Ergänzung des Stadtbilds ist der traditionelle Trnavaer Jahrmarkt mit Kunsthandwerk und Jahrmarktspezialitäten im Zentrum.
Smolenice, Záruby und die Driny-Höhle
Richtung Kleine Karpaten verschiebt sich der Schwerpunkt von Stadtgeschichte zu Wald, Felsen und Wegen. Das Schloss Smolenice wurde auf den Ruinen einer mittelalterlichen Burg aus der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Die ersten Arbeiten am heutigen Schloss begannen 1887 mit der Anpassung der Bastionen und dem Bau einer Kapelle in der Südbastion. Nahe Smolenice liegt Záruby, mit 768 Metern der höchste Berg der Kleinen Karpaten. Von Smolenice aus führen leichte Wanderungen auf den Berg, die auch für Familien mit Kindern geeignet sind.
Das Landschaftsschutzgebiet Kleine Karpaten umfasst Laubwälder, Wiesen und Waldlichtungen. Das Hlboče-Tal ist seit 1905 ein nationales Naturreservat mit der höchsten Schutzstufe. Durch die Schlucht führt der Lehrpfad Smolenický kras, der 7,5 Kilometer lang ist und bis zu neun Informationstafeln beziehungsweise Stationen besitzt. Der Weg erreicht die archäologische Fundstätte Molpír; dort liegt der einzige Wasserfall der Kleinen Karpaten, der 9 Meter hoch ist. Tafeln informieren über die prähistorische Burganlage, ihren Brunnen und weitere Bereiche der Anlage.
Die Driny-Höhle ist die einzige öffentlich zugängliche Höhle in der Westslowakei. Der Besichtigungsrundgang ist 450 Meter lang und zeigt Stalagmiten, Stalaktiten, Sinterwasserfälle und kleine Seen. Vom Parkplatz führt der Weg in etwa 25 Minuten durch den Wald zur Höhle. Eine weitere Wanderoption ist der ungefähr 10 Kilometer lange Rundweg Smolenice–Záruby auf gelb und blau markierten Wanderwegen. Der Weg verläuft zugleich auf der Cesta hrdinov SNP und der Štefánik-Magistrale.
Routen für Radfahrer und weitere Landschaften
Smolenice ist von Trnava aus mit dem Zug und dem Bus erreichbar. Die mittelschwere Radroute Trnava–Smolenice beginnt vor dem Bahnhof von Trnava, weist moderate Steigungen auf und nutzt die markierten Radrouten 8218, 2204 und 2203. Die Radroute Okolo Smoleníc startet in Smolenice bei einer Kirche nahe dem Schloss und führt durch die Wälder der Kleinen Karpaten unterhalb der Berge Záruby und Veterlín. Wer unterwegs einen weiteren Kulturpunkt einbeziehen möchte, findet in Dechtice die Allerheiligenkirche, eine romanische Rotunde aus dem Jahr 1172.
Im Naturreservat Katarína liegen die Ruinen der Kirche und des Klosters der heiligen Katharina; durch das Areal führt ein historisch ausgerichteter Lehrpfad. Im Lindavský les bei Budmerice befindet sich einer der größten Waldkomplexe des Hügellands von Trnava. Das Gelände ist leicht und wird von Wanderern, Läufern und Radfahrern genutzt. In Smolenice ergänzt die Familienimkerei und Metbrauerei Včelco das Landschaftserlebnis mit lokalem Met und Honigbier.
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