Bijacovce

Bijacovce ist ein slowakischer Ort mit einer ungewöhnlich dichten Folge kulturhistorischer Zeugnisse. Im Mittelpunkt steht das zweigeschossige Csáky-Schloss, ein spätbarockes Gebäude aus den Jahren 1780–1785. Zusammen mit dem geschützten Park, zwei Kirchen, einer Rotundenkapelle, dem Jagd- und Forstmuseum und der Familiengruft der Familie Csáky ergibt sich ein Ortsbild, in dem sich mehrere Jahrhunderte Geschichte an konkreten Bauwerken und Sammlungen ablesen lassen.

Schloss, Park und Geschichte von Bijacovce

Die schriftliche Geschichte von Bijacovce reicht bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Damals wurde der Ort in Quellen erstmals als terra Beth erwähnt und gehörte zur Zipser Burg. Das Csáky-Schloss erinnert an eine spätere Epoche: Der spätbarocke Bau wurde zwischen 1780 und 1785 errichtet. An das Schloss schließen sich ein Komplex landwirtschaftlicher Gebäude und ein Park an. Heute befindet sich im Schloss die Fachmittelschule Bijacovce, die Fachkräfte für die Arbeit im Wald ausbildet. Das Gebäude ist damit nicht nur ein historisches Zeugnis, sondern auch mit der forstwirtschaftlichen Ausbildung des Ortes verbunden.

Der Park Bijacovce steht als nationales Kulturdenkmal unter Schutz. In ihm wachsen drei Stieleichen, die 16–22 m hoch sind, einen Stammumfang von 313–343 cm und einen Kronendurchmesser von 18–19 m erreichen. Ihr Alter beträgt mehr als 250 Jahre. Diese genau dokumentierten Merkmale geben dem Park eine eigene historische Dimension, die über seine Verbindung mit dem Schloss hinausgeht.

Kirchen aus Romanik, Gotik und Barock

Die Allerheiligenkirche geht ursprünglich auf eine romanische Kirche aus der Zeit vor 1260 zurück und wurde später im gotischen Stil umgebaut. Sie ist in gutem Zustand und dient weiterhin ihrem religiösen Zweck. Im Inneren befindet sich ein Fragment eines Wandmalereizyklus zur Legende des heiligen Ladislaus aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. An der Nordseite des Presbyteriums sind außerdem Apostel- und Christusfiguren dargestellt. An der Außenwand der Kirche befindet sich eine vollständige vertikale Sonnenuhr in quadratischer Form mit gebrochenen Ecken.

Eine andere Baugeschichte zeigt die Kapelle der heiligen Kosmas und Damian. Sie ist eine ursprünglich romanische Rotunde aus Bruchstein aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde 1740–1757 barockisiert. Die Kapelle ist in gutem Zustand und dient weiterhin ihrem Zweck. Für die Orientierung im Ort ist ihre Lage eindeutig beschrieben: Sie steht auf einer Anhöhe am nordöstlichen Rand von Bijacovce, am Ende des Ortes.

Jagd, Forstwirtschaft und Familiengeschichte

Das Jagd- und Forstmuseum in Bijacovce zeigt Trophäen, historische Gegenstände sowie Informationen über Wildtiere und Jäger. Zugleich vermittelt es Traditionen der Jagd, der Forstwirtschaft und des Naturschutzes. Damit ergänzt das Museum die forstwirtschaftliche Ausrichtung der Fachmittelschule um eine Sammlung, in der sowohl menschliche Nutzung als auch der Umgang mit Wildtieren und Natur thematisiert werden.

Zur Familiengeschichte des Ortes gehört die Familiengruft der Familie Csáky auf dem Friedhof von Bijacovce. Sie wurde 1911 von Albín Csáky (1841–1912) errichtet. Dort sind Albín Csáky, seine Ehefrau und seine beiden Söhne bestattet. Gemeinsam mit dem Schloss macht die Gruft sichtbar, wie eng die Geschichte der Familie Csáky mit den erhaltenen Bauwerken und Einrichtungen von Bijacovce verbunden ist.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Levoča.

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